1Wozu diese Seite — und für wen
Die Modellwerkstatt führt drei Bestände, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen und doch verschiedenen Regeln folgen: die eigenen Dokumente des Resonanzmodells (Bibliothek), die fremden Werke, auf die sich das Modell stützt (Literatur), und die Lesenotizen, mit denen fremdes Denken in eigenes übergeht (Leseapparat). Diese Handreichung sagt, wie mit jedem dieser Bestände umzugehen ist — beim Aufnehmen, Lesen, Zitieren, Veröffentlichen und Sichern. Sie ist anwendungsbezogen geschrieben: nicht „was es gibt“, sondern „was tue ich, wenn …“.
Sie richtet sich an mehrere Leseperspektiven zugleich. Wer sich nur für eine interessiert, findet hier den Einstieg:
| Sie lesen als … | Das brauchen Sie | Abschnitte |
|---|---|---|
| Leserin, Leser der Website | Was öffentlich ist, wie man Status und Reife liest, wie man zitiert, was man nicht findet und warum | 2, 3, 4, 7 |
| Fachkollegin, Fachkollege (Gegenrede) | Was zitierfähig ist, wie eine Fundstelle geprüft wird, wie Einwände in die Werkstatt kommen | 3, 5, 7 |
| Maintainer (Pflege der Werkstatt) | Die Arbeitsabläufe: aufnehmen, prüfen, lesen, übertragen, veröffentlichen, sichern | interne Fassung im Intranet |
| Angebundenes Sprachmodell (Studio, „Frag den Kasten“) | Welche Textstellen welchen Rang haben und was eine Antwort darf | 6 |
| Spätere Bearbeitung, Nachlass | Wo was liegt, was die Quelle ist, was Abzug ist, wie man wiederherstellt | 7; Übriges in der internen Fassung |
2Die drei Bestände auf einen Blick
Bibliothek eigene Dokumente
- Was darin liegt
- Papiere, Notizen und Felddokumente des Resonanzmodells; der Kanon (P0–P5, Gesamtdarstellung) als eigene Gruppe. Je Dokument: PDF, md-Zwilling, Abbildungen, Registereintrag mit Prüfblock, Relationen.
- Kennung
dok:,kanon:- Gepflegt in
- Erfassungswerkstatt (Archiv), Bestandsverwaltung
- Wer sieht was
- Öffentlich: alles außer dem vertraulichen Teilbestand (nur Maintainer). Personenbezogenes kommt nie auf den Server.
- Zitierfähig?
- Nur die aktuelle Masterfassung (Status
masterfassung).
Literatur fremde Werke
- Was darin liegt
- Die Bibliografie der Werke, auf die sich das Modell stützt oder die im Studium gelesen werden; Fachbereiche (ein Werk kann mehreren angehören); Sammlungen; Fundstellen im Kanon; Zettel-Bezüge.
- Kennung
lit:- Gepflegt in
- Literaturwerkstatt
- Wer sieht was
- Öffentlich ist allein die Bibliografie öffentlicher Einträge. Volltexte fremder Werke liegen im Handapparat (lokal, ggf. hinter dem Maintainer-Tor) und werden nie ausgeliefert.
- Zitierfähig?
- Nach der Bibliografie des Werks selbst — die Werkstatt ist hier Nachweis, nicht Quelle.
Leseapparat Lesenotizen
- Was darin liegt
- Lesestände, Notizen an Seite und Zitat (acht Klassen), Skizzen, Cluster, Lesesitzungen, Lesekarten, Übertragungsvorschläge, Wände.
- Kennung
n:,u:- Gepflegt in
- Leseapparat
- Wer sieht was
- Intern. Einzelne Notizen können freigegeben werden und erscheinen dann bei öffentlichen Werken auf der Literaturseite; ein Schalter kann die ganze Notizebene zur Vorführung öffnen — nie Bilder, nie vertrauliche Werktexte, nie Volltexte.
- Zitierfähig?
- Nein. Lesenotizen sind Arbeitsnotizen des Maintainers, keine Aussagen des Modells.
Wissensnetz Zettelkasten
- Was darin liegt
- 60 Zettel in 9 Fachbereichen mit gerichteten, typisierten Relationen; Bibliotheksdokumente sind Zetteln zugeordnet.
- Kennung
- Bereich.Laufnummer, z. B.
3.1, Anschluss1.5a - Gepflegt in
- Startseite der Werkstatt — Zettel werden nur in neuer Fassung geändert, die Genese bleibt
- Wer sieht was
- Öffentlich; der Maintainer sieht zusätzlich Lese-Impulse und offene Übertragungen.
- Zitierfähig?
- Zettel verweisen auf die Dokumente; zitiert wird das Dokument.
Merksatz: Die Bibliothek ist das Werk, die Literatur ist der Grund, auf dem es steht, der Leseapparat ist der Weg dazwischen. Jeder Bestand hat genau eine Stelle, an der er gepflegt wird; alle anderen Seiten lesen nur.
3Regeln, die für alle gelten
Status-Disziplin
Jedes eigene Dokument trägt einen Quellenstatus mit festen Behandlungsregeln: masterfassung — konsolidiert und zitierfähig; theorie — historische Werkstattstufe, dokumentiert den Erkenntnisweg, nicht zitierfähig, nur mit ausdrücklichem Vorbehalt referenzierbar; praxis — technische Werkstattdokumentation, beschreibt Aufbauten und Verfahren, trifft keine Theorieaussage. Zitierfähig ist allein die jeweils aktuelle Masterfassung; ältere Stände bleiben als Genese erhalten und sind als „ältere Fassung“ markiert.
Reifegrade
R1 Ideennotiz · R2 Skizze · R3 Arbeitspapier · R4 Ausgearbeitet · R5 Geprüft. Der Reifegrad misst, wie ausgearbeitet ein Dokument ist — nicht, wie bedeutend oder wie richtig. Jede Neubewertung wird datiert an die Prüfhistorie angehängt; nichts wird überschrieben.
Zitieren und Lizenz
Der Werkstattbestand steht unter CC BY-NC-ND 4.0 (Namensnennung Artur Klassen; nicht kommerziell; keine Bearbeitung). Zitierempfehlung für das Modell: Klassen, Artur (2026): Das Resonanzmodell — Gesamtdarstellung. Konsolidierte Fassung 1.0. arturklassen.de/modell. Einzelne Dokumente werden mit Titel, Datum, Kennung und Status zitiert; das datierte, versionierte Register ist der laufende Prioritätsnachweis.
Urheberrecht und Zonengesetz
Fremde Werke werden in der Werkstatt nachgewiesen, nicht verbreitet: Öffentlich ist die Bibliografie (Titel, Autoren, Jahr, Quelle, Sammlungen, Fundstellen, Zettel); Volltexte bleiben im Handapparat und werden nicht ausgeliefert. Ein Lizenzfeld hält fest, unter welcher Lizenz ein Werk vorliegt (Verlag, CC BY, CC0, arXiv, gemeinfrei) — es bereitet Einzelfreigaben vor, ersetzt aber keine Prüfung.
Redlichkeit
Personenbezogene Bestände und interne Strategie- und Geschäftsdokumente werden nicht publiziert; historische Fassungen sind Werkstatt-Artefakte und nicht zitierfähig; es gibt keine erfundenen Zitate; Fakten stammen allein aus dem Faktenkanon. Lesenotizen sind als Arbeitsnotizen gekennzeichnet und gelten nie als Kanonaussage. Antworten eines angebundenen Modells sind maschinell erzeugt und keine Aussagen des Autors; maßgeblich sind die verlinkten Quelldokumente.
4Für Leserinnen und Leser der Website
Was Sie finden
Die Bibliothek zeigt den öffentlichen Bestand der Werkstatt mit Status, Reifegrad, Datum und Fassungskette („Verlauf“); jedes Dokument hat neben der PDF eine Textfassung, die die Volltextsuche durchsucht. Die Literaturseite nennt die Werke, auf denen das Modell aufbaut — als Bibliografie mit Fundstellen im Kanon und Zetteln des Wissensnetzes; nach Sammlungen und Fachbereichen filterbar; wo der Maintainer Lesenotizen freigegeben hat, stehen sie unter dem Werk, ausdrücklich als Arbeitsnotizen. Das Wissensnetz auf der Startseite verbindet 60 Zettel und die zugeordneten Dokumente; das Glossar ist eine Lesehilfe, keine Quelle. Das Studio lässt Sie ein eigenes Sprachmodell an die Wissensbasis anschließen; Ihr Schlüssel bleibt in Ihrem Browser.
Wie Sie Status und Reife lesen
masterfassung ist zitierfähig, theorie und praxis sind Werkstattstufen und Dokumentation; die Markierung „ältere Fassung“ heißt: nicht mehr lesen, sondern die Nachfolgefassung. R1–R5 sagen, wie ausgearbeitet ein Text ist — R1 ist eine Ideennotiz, R5 ein geprüftes Papier. Eine Lesenotiz trägt stets den Hinweis, dass sie eine Arbeitsnotiz des Maintainers und keine Aussage des Modells ist.
Was Sie nicht finden — und warum
Keine Volltexte fremder Werke (Urheberrecht; die Werkstatt weist nach, sie verbreitet nicht). Keine vertraulichen Betriebs- und Produktionsdokumente. Keine personenbezogenen Bestände — sie liegen nicht einmal auf dem Server. Keine Bilder und Skizzen aus dem Leseapparat, keine Protokolle. Was Sie sehen, ist vollständig das, was zur Veröffentlichung geprüft wurde; nichts erscheint automatisch.
Mitwirken
Über den Einreichungsdialog der Bibliothek (an jeder Dokumentzeile, Kennung vorausgefüllt) können Sie eine Korrektur, eine Überarbeitung, ein neues Dokument oder einen Prüfhinweis einreichen — als Upload (PDF, .md, .txt, .tex bis 15 MB) oder per E-Mail an info@a-klassen.de. Der Werkstattbrief informiert nach Themen (Masterfassung, Bibliothek, Werkstatt) mit Double-Opt-in; der RSS-Feed führt ausschließlich den öffentlichen Bestand.
5Für Fachkolleginnen und Fachkollegen — Gegenrede
Was zitierfähig ist. Allein die aktuelle Masterfassung (derzeit Konsolidierte Fassung 1.0, 08/2026: P0–P5 und Gesamtdarstellung). Werkstattpapiere dürfen mit Vorbehalt und Statusangabe referenziert werden — als Dokumente des Erkenntniswegs, nicht als Positionen.
Wie eine Fundstelle geprüft wird. Jedes Dokument hat eine stabile Kennung und einen Registereintrag mit Prüfblock (bestand/bibliothek/register.json, maschinenlesbar). Zu jeder PDF gehört ein md-Zwilling mit YAML-Kopf (Kennung, Status, Reife, Datum, Relationen), aus dem die Wissensbasis und das GESAMTARCHIV entstehen; PDF und Text sind nie asynchron. Der Knopf „Verlauf“ zeigt die Fassungskette mit den Änderungsprotokollen. Fundstellen fremder Werke stammen aus den Referenzlisten dieser Textfassungen; die Bibliografie trägt „zu prüfen“, solange sie nicht am Original bestätigt ist.
Wie Einwände in die Werkstatt kommen. Als Einreichung (korrektur · ueberarbeitung · neues_dokument · pruefhinweis), geprüft im Intranet mit Verlauf je Einreichung; die Aufnahme erzeugt einen Registereintrag oder einen datierten Historieneintrag — nichts wird stillschweigend ersetzt. Widerspruch, den der Maintainer selbst beim Lesen findet, läuft als „Gegenrede“ durch den Übertragungsstapel des Leseapparats und wird erst in einer neuen Zettel- oder Dokumentfassung wirksam.
Prüfverfahren. Reifegrade nach Prüfverfahren v1: genre-relative Bewertung (Theorie am wissenschaftlichen Apparat, Dokumentation an Vollständigkeit und Nutzbarkeit), metrikgestützte Volltextdurchsicht mit Einzelfallentscheidung, angelehnt an W3C-Dokumentstatus und Technology Readiness Levels. Jede Neubewertung wird datiert angehängt; Verfahrensänderungen erhöhen die Verfahrensnummer.
6Für das angebundene Sprachmodell
Das Studio, „Frag den Kasten“ und die Relationsvorschläge des Leseapparats geben einem vom Nutzer angebundenen Modell Textstellen aus der Wissensbasis — mit Status, Reifegrad und Relationen — und, für den Maintainer, Lesenotizen. Die Systemanweisung erzwingt die Status-Disziplin: Die Masterfassung ist zitierfähig; Theoriestufen nur mit Vorbehalt; Quellenpflicht; keine erfundenen Zitate. Lesenotizen werden dem Modell als „Lesenotiz des Maintainers aus dem Leseapparat — Arbeitsnotiz, keine Kanonaussage“ übergeben und dürfen nicht als Modellposition wiedergegeben werden. Antworten mit Verweisen [A1] auf Archivstellen und [1] auf Notizen sind Inferenz, kein Beleg. Schlüssel und Inhalte bleiben im Browser des Nutzers; das Relais speichert nichts. Was das Modell vorschlägt — Felder, Relationen, Entwürfe — schreibt nie von selbst.
7Kennungen, Status und Stufen auf einen Blick
| Kürzel | Bedeutet | Beispiel |
|---|---|---|
kanon: | Dokument der konsolidierten Reihe (Masterfassung) | kanon:gesamtdarstellung |
dok: | Eigenes Dokument der Bibliothek, Kennung aus dem Dateinamen | dok:freiheitsstufen_resonanzmodell |
lit: | Fremdes Werk im Literaturregister: Nachname, Jahr, Kurztitel | lit:thooft_1993_dimensional_reduction |
| Zettel | Bereich.Laufnummer, Anschlusszettel mit Buchstabe; Nummern werden nie geändert | 3.1, 1.5a |
| Reihe | Werte |
|---|---|
| Quellenstatus (eigene Dokumente) | masterfassung zitierfähig · theorie Werkstattstufe, mit Vorbehalt · praxis Dokumentation ohne Theorieaussage |
| Reifegrad | R1 Ideennotiz · R2 Skizze · R3 Arbeitspapier · R4 Ausgearbeitet · R5 Geprüft |
| Sichtbarkeit | oeffentlich · vertraulich (Dokumente) bzw. intern (Literatur, Notizen) |
| Verarbeitung (fremde Werke) | zitiert im Kanon · bestand noch nicht verarbeitet · lesekarte ausgearbeitet |
| Einreichung | korrektur · ueberarbeitung · neues_dokument · pruefhinweis; Bearbeitung neu → in_pruefung → erledigt/abgelehnt |
8Verlauf dieser Handreichung
Fassung q2 (öffentliche Fassung) · 14. September 2026 — Fachbereiche als Achse der Literatur und des Selbststudiums (Abschnitte 2, 5b, 5c, 6; Leseapparat-Standard 1.5).
Fassung q1 · 14. September 2026 — Erstfassung. Grundlage: Werkstattordnung (Stand 30.08.2026 mit Ergänzungen §2c, §2d, §9a bis 14.09.2026), Leseapparat-Standard 1.5, Anleitung „Neues Werk aufnehmen“ (an14). Änderungen an dieser Handreichung werden datiert ergänzt, nie stillschweigend ersetzt.